Diskussionen beflügeln unsere Gedanken. Das können wir ganz bewusst für uns nutzen. Mit einem Fishbowl nutze ich ein Diskussionsszenario, um ein Thema zu erforschen oder einzutauchen. Das kann ich offline oder online durchführen. Was das abläuft und was man dafür machen muss, wollen wir uns in diesem Artikel mal anschauen.

Inspiriert wurde ich zu diesem Artikel von einem online Meetup welches dieses Format dazu genutzt hat, in ein Thema eintauchen zu können und die Runde zu eröffnen. Hierzu hat sich das Format bestens geeignet. Leicht an ein online Format angepasst, war es eine tolle Erfahrung.

Aber fangen wir doch mal am Anfang an:

Was ist eine Fishbowl Diskussion

Der Name Fishbowl kommt von der Sitzformation, die man einnimmt, die dann wie ein Goldfischglas aussieht. Diese Form der Diskussion wird meiste für größere Gruppen eingesetzt und beginnt damit, dass die Diskussionsteilnehmer im innersten Stuhlkreis oder in den zentral aufgestellten Stühlen Platz nehmen. Diese sind die aktiven Diskussionsteilnehmer, welche das Gespräch starten werden.

Alle anderen setzen sich in einem Kreis um die Diskussionsteilnehmer drumherum. Sie sind die Zuhörer und Beobachter und wie der Name schon sagt, verfolgen sie den Diskussionsverlauf. Ihre Beobachtungen und Eindrücke notieren sie dabei auf einem Notizblatt. 

Kommt es nun dazu, dass eine Beonachter/in sich in der Diskussion beitragen möchte, so kann sie einen Platz in der Mitte einfordern. Die Person, die als Erstes im Kreis Platz genommen hat, macht platz und übergibt diesen an die neue Teilnehmerin.

Nun geht es weiter und neue Ideen und Erfahrungen können in die Diskussion einfliesen. Dieses Format wird so lange fortgesetzt, bis ein bestimmtes Zeitfenster erschöpft ist und die Diskussion gestoppt wird.

Abschließend werden alle Notizen und Beobachtungen des äußeren Kreises zusammengefasst und die Diskussion in der Gruppe auswertet.

Geht auch online – dann aber ein bisschen anders.

Online ist natürlich schwer einen Platz in einem Stuhlkreis einzunehmen. Daher empfiehlt es sich, das Format online ein wenig anzupassen. Anstelle von einem inneren und äußeren Kreis, wurde auf dem Meetup die Stummschaltung der Teilnehmer genutzt. Wenn die Teilnehmer:innen ihre Mikros und Kameras ausschalten, können sie anonym und unbeteiligt der Diskussion folgen und ihre Ergebnisse am besten auf einem gemeinsamen Board festhalten.

Die Diskussionsteilnehmer:innen sind dann im Highlite oder die einzig sichtbaren Teilnehmer:innen und starten die Diskussion.

Den Wechsel kann man mit dem „Hand heben“ gut umsetzen und so einen Austausch der Teilnehmer erwirken.

Das Timeboxing bleibt natürlich bestehen und wird auch in diesem Format angewandt.

Online Meeting funktioniert anders

Ergebnisse online festhalten – Digitales Whiteboard

Was mir in diesem Beispiel besonders gefallen hat, war, dass wir alle auf einem digitalen Whiteboard gearbeitet haben. So wurde die Fragestellung gut visualisiert und alle Beobachter:innen konnten sehr einfach ihre Sichtungen auf Haftnotizen festhalten und auf dem Board platzieren. Auch ideal wenn man dann in der Gruppe den Review startet und mit den Ergebnissen weiterarbeiten möchte.

Zusammengefasst

Das Format funktioniert bei jeder Größe, der innere Kreis sollte im Ideal 4 Personen haben. Ich kann das Format für einen offenen Austausch zu einem Thema nutzen oder ich kann auch zwei Meinungen gegeneinander stellen. So dass zwei und zwei Personen ihre Erfahrungen und ihren Standpunkt darstellen und in die Diskussion bringen.

Ein sehr interessantes und vor allem dynamisches Format, da sich die Konstellation immer wieder verändert und stetig neue Impulse in die Diskussion eingebracht werden. Es macht sehr viel Spaß, teilzunehmen, aber auch die Diskussion zu beobachten. Da jeder eine Aufgabe hat, wird auch niemandem langweilig über die Zeit.
Der Fishbowl eignet sich ideal, um in ein Thema einzutauchen und viele Impulse und Gedanken zu sammeln.

Anschließend können die gesammelten Informationen mit anderen Methoden weiterverarbeitet werden.

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